Nylonsegel
 
Blister, Gennaker, Windseeker

- oder doch lieber ein Spinnaker?
 

Nylonsegel Sie wollen Ihre Segelgarderobe mit einem “Leichtwind“ - Segel vervollständigen, und sind sich nicht sicher welches Segel das Richtige für Ihre Anforderungen ist? Wir helfen Ihnen bei Ihrer Entscheidung! Zunächst wollen wir Ihnen die unterschiedlichen Segeltypen vorstellen. Dabei werden wir die vorzustellenden Segeltypen nach dem optimalen Windeinfallswinkel gewichten, in dem das Segel den effektivsten Vortrieb bringt.

 
Einsatz: Ca. 35° bis 100° scheinbarer Windeinfall

Allgemeine Erklärung über den Windseeker

Der Windseeker ist eine übergroße Genua aus Spinnakertuch oder sehr leichtem Dacron im BiRadial-Schnitt gefertigt. Logischerweise für den Einsatz auf Binnenseen im Tuch leichter als auf Seerevieren. Das Segel kann wie eine Genua mit Stagreitern am Stag befestigt werden. Die Größe des Windseeker beträgt im LP mindest 180 %. Im Vergleich: Genua 1 150 % (LP). Er kann auch frei fliegend gesetzt werden. Wird der Windseeker frei fliegend gefahren, kann das Bergen mit Hilfe des SpiEx oder einer Rolltrommel erfolgen.

 
Schnitt, Tuch, Details

In der Regel ist der Windseeker BiRadial geschnitten. Besonders große Windseeker aber auch TriRadial. Als Tuch wird Nylon Spi-Tuch in den Gewichten 65 bis 90 g/qm, oder leichtes Mylar- oder Dacrontuch je nach Größe und Einsatzgebiet, verarbeitet. Freifliegend kann es bei 7/8 getakelten Yachten auch bis zum Top gezogen werden, sofern ein Fall vorhanden ist und der Topbereich des Mastes stark genug ist. Bei freifliegend ist es empfehlenswert, den Segelhals vor dem Vorstag zu befestigen. Mit dem Windseeker können Sie (mit Ausnahme bei 7/8 Mast und als Topsegel gefahren) kreuzen und halsen wie Sie es mit einer Genua gewohnt sind.
 
Unser Tip: Am Wind sollte das Vorliek möglichst steif, also mit wenig Durchhang gesegelt werden. So erzielen Sie den besten Vortrieb.
Blister, Gennaker, Windseeker

Welche technischen Punkte müssen Sie bei einem Windseeker bedenken?

  1. Das Fall sollte weitgehend reckfrei sein
  2. Der Schotholepunkt befindet sich weiter achtern als bei einer Genua
  3. Bei Verwendung einer Rolltrommel muß an Deck eine Befestigung vorhanden sein. Die Trommel darf sich nicht in sich selbst drehen.
  4. Bei 7/8 Mast und dabei im Top gefahren ist zu prüfen ob ohne zusätzliche Verstagungen (Diamond) der obere Mastbereich stabil genug ist.
  5. Leichte Schoten sollten selbstverständlich sein.

    Da der Windseeker ein größeres LP als eine Genua 1 hat, reduziert sich bei Regattaeinsatz der Yardstick-Wert.

Der Blister - allgemeine Erklärung über den Blister

Der Blister ist der Spinnakerersatz für den Fahrten-Segler. Das Achterliek ist kürzer als das Vorliek. Daher auch der Oberbegriff “Asymetric“. Der Vorteil eines Blister gegenüber einem Spinnaker liegt für den Fahrten-Segler vor allem darin, daß der Segelhals fest angeschlagen gefahren wird. Dadurch ist das Segel im Handling einfacher. Das Vorliek ist immer freifliegend.

 

Einsatz: Ca. 45° bis 120° scheinbarer Windeinfall

Der Blister LongRadial

Der Blister "LongRadial" ist aus senkrechten Bahnen und einer oder mehreren Querbahnen zusammengesetzt, ist er flacher und schlanker im oberen Bereich als der Blister "BiRadial bzw. TriRadial" und damit auch kleiner. Als Tuch wird Nylon Spi-Tuch in den Gewichten 30 bis 90 g/qm, je nach Größe und Einsatzgebiet, verarbeitet. Mit diesem Segel kann bis ca.45 Grad am Wind gefahren werden. Der "LongRadial" - Blister ist schnittbedingt ein preiswertes Segel. Selbstverständlich kann auch dieses Segel mit dem Spi-Ex oder mit einer Refftrommel geborgen werden.

Einsatz: Ca. 55° bis160° scheinbarer Windeinfall

Der Blister BiRadial oder TriRadial

Der - Blister BiRadial hat durch die besondere Anordnung der Tuchbahnen ein harmonisches Aussehen und ermöglicht eine schöne Farbgestaltung. Die Anordnung der Bahnen entspricht dem Verlauf der Zugkräfte im Segel. Das garantiert Ihnen: größtmögliche Formstabilität, auch in Böen, außerordentlich große Fläche, bedingt durch das volle Profil und die nach außen gerundeten Lieken, kraftvollen Vortrieb bis etwa 55 Grad am Wind und ruhige und ausgewogene Segeleigenschaften. Als Tuch wird Nylon Spi-Tuch in den Gewichten 30 bis 90 g/qm, je nach Größe und Einsatzgebiet, verarbeitet.

Welche technischen Punkte müssen Sie bei einem Blister bedenken?

  1. Das Fall sollte weitgehend reckfrei sein, jedoch kein Spectra.
  2. Der Schotholepunkt befindet sich weit achtern.
  3. Bei Verwendung einer Rolltrommel (nur für den LongRadial möglich) muß an Deck eine Befestigung vorhanden sein an der die Trommel befestigt wird. Die Trommel darf sich nicht in sich selbst drehen.
  4. Der Segelhals muß mit einem Stagreiter am Drahtstag oder bei einer Rollgenua mit einer sogenannten Kugelkette, einer breiten Lasche oder einem Blitroll befestigt sein. Je weiter vorn das Segel ist, je besser zieht es
  5. Am Segelhals wird eine Talje befestigt über die der Trimm des Vorliek erfolgt.
  6. Bei 7/8 Mast und dabei im Top gefahren ist zu prüfen ob ohne zusätzliche Verstagungen (Diamond) der obere Mastbereich stabil genug ist.
  7. Leichte Schoten sollten selbstverständlich sein, mit ca. 3-facher Bootslänge sollten selbstverständlich sein.

 

Einsatz: Ca. 45° bis 100° scheinbarer Windeinfall

Allgemeine Erklärungen

Der Name des Segels drückt bereits die Anwendung aus. Aus GEnua und SpiNNAKER entstand der Gennaker. Der Gennaker ist ein Segel, welches wie eine Genua gesegelt und geschotet wird. Durch die gerundeten Lieken im oberen Bereich ist der Gennaker natürlich wesentlich größer als eine Genua, aber deutlich kleiner als ein Spinnaker. Das Vorliek ist wenig gerundet um eine max. Höhe zu erzielen. Der Gennaker wird vor allen Dingen auf sogenannten Sport- oder Rüsselbooten eingesetzt. Er dient vornehmlich zum Kreuzen auf Raumschot Kursen. Die geringere Höhe gegenüber einer Genua wird durch die höhere Geschwindigkeit mehr als ausgeglichen, jedoch nur wenn der Rumpf Gleitfahrt zuläßt. IMS - oder andere Verdränger-Regattayachten haben vom Einsatz eines Gennaker keinen Geschwindigkeitsvorteil. Für Eigner von Fahrtenyachten ist der Gennaker nur sinnvoll, wenn der Windbereich zwischen Blister / Spinnaker und Genua abgedeckt werden soll. Ein Gennaker bringt für einen Fahrtensegler keinen Vorteil.

 

Schnitt, Tuch, Details

Der Gennaker ist stets TriRadial geschnitten um ein Minimum an Reck bzw. Ausbeulung zu erreichen. Das bedeutet weniger Lage, Ruderdruck und mehr Höhe. Das Achterliek ist offen, damit der Wind abfließen kann und Lage vermieden wird. Der Hals des Segels wird fest am Stag oder Bugspriet (Rüssel) wie ein Blister befestigt und im Vorliek frei fliegend gefahren. Als Tuch wird Nylon Spi-Tuch in den Gewichten 30 bis 90 g/qm, je nach Größe und Einsatzgebiet, verarbeitet. Er ist asymetrisch geschnitten. Das bedeutet, das Achterliek ist kürzer als das Vorliek. Der Gennaker kann zum Bergen mit einer Rolltrommel aufgerollt und als “Wurst“ abgefiert in den Segelsack gestaut werden. Jedoch darf nicht zuviel Wind wehen und das Vorliek muß stramm durch gesetzt werden. Er kann auch mit einen SpiEx eingeholt werden. Der Einsatzbereich ist ähnlich dem unseres Blister LongRadial.

Welche technischen Punkte müssen Sie bei einem Gennaker bedenken?

  1. Das Fall sollte weitgehend reckfrei sein.
  2. Der Schotholepunkt befindet sich weit achtern.
  3. Bei Verwendung einer Rolltrommel muß an Deck eine Befestigung vorhanden sein an der die Trommel befestigt ist. Die Trommel darf sich nicht in sich selbst drehen.
  4. Der Segelhals muß mit einem Stagreiter am Drahtstag oder bei einer Rollgenua mit einer sogenannten Kugelkette, einer breiten Lasche oder einem Blitroll befestigt sein. Je weiter vorn das Segel ist, je besser zieht es.
  5. Bei “Rüsselbooten“ ist ein Baum (Rüssel) vorhanden. Der Gennaker wird mit einer kleinen Talje gefahren.
  6. Bei 7/8 Mast und dabei im Top gefahren ist zu prüfen ob ohne zusätzliche Verstagungen (Diamond) der obere Mastbereich stabil genug ist.

 

Der Spinnaker

Einsatz: Ca. 45° bis 180° scheinbarer Windeinfall

Allgemeine Erklärung

Der Spinnaker ist der sogenannte “große Bunte“ und bereitet in der Segelei den größten Spaß. Die Seitenlieken sind etwa so lang wie die Entfernung vom Laufdeck bis zum Fallblock, auch I genannt. Die größte Weite beträgt in der Regel 1,8 x J. J ist die Entfernung von VK Mast bis Auge Vorstagbeschlag. Das sind die Maße nach IMS. Darüberhinaus kann die Weite bei bestimmten Bootsklassen und Klassenvorschriften auch größer sein. Die Profiltiefe kann von flach über allround bis tief (für reine Vorwindsegelei) ausgelegt sein.

Schnitt, Tuch, Details

Der Spinnaker wird in der Regel TriRadial geschnitten. Auf diese Weise ist gewährleistet, daß die Kraft in Fadenrichtung in das Segel geleitet wird. Der Reck ist verhältnismäßig gering und der Spinnaker behält seine Form, bzw. beult nicht aus, der Wind kann abstreifen, wodurch permanentes “Lageschieben“ vermieden wird. Als Tuch wird Nylon Spi-Tuch in den Gewichten 30 bis 90 g/qm, je nach Größe und Einsatzgebiet, verarbeitet. Der Fahrtensegler wird zum Bergen gern die Hilfe eines SpiEx in Anspruch nehmen. Für den Regattasegler kommt das Bergen nur in konventioneller Weise, ohne Bergehilfen, in Betracht. Das geht schneller und ist effizienter.

Welche technischen Punkte müssen Sie bei einem Spinnaker bedenken?

  1. Das Fall sollte weitgehend reckfrei sein, jedoch kein Spectra.
  2. Der Schotholepunkt befindet sich weit achtern.
  3. Es muß ein Spibaum an Bord sein, dessen Länge J entspricht
  4. Neben einem Topnannten muß auch ein Niederholer für den Baum vorhanden sein.
  5. Wird bei 7/8 Mast der Spi im Top gefahren, ist zu prüfen ob ohne zusätzliche Verstagungen (Diamond) der obere Mastbereich stabil genug ist.

Unsere Empfehlung zur Segelauswahl

Der Windseeker ist eine zusätzliche übergroße Leichtwind-Genua und kein Blister oder Spinnakerersatz.

Der Blister ist der Spinnakerersatz für den Fahrtensegler mit kleiner Mannschaft.

Der Gennaker ist ein reines Regattasegel für entsprechend dafür vorgesehene Boote.

Der Spinnaker ist das universell einsetzbare Segel für den Fahrtensegler und unabdingbar für den Regattasegler.

Weitere Infos zu diesem Thema

   

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